Entdecke deine Bestimmung mit Journaling

Bevor ich zum Thema Journaling komme, möchte ich noch ein paar Sätze über den Begriff Bestimmung verlieren.



1. Was ist Bestimmung?

Die Genetik eines jeden Lebewesens gibt vor, für was es vorbestimmt ist. Das Atemberaubende dabei ist, dass jede genetische Disposition einzigartig ist. Keine gleicht der anderen. Dieses einmalige Geschenk der Natur macht die Individualität des Homo sapiens aus. Damit sind auch seine Persönlichkeitsmerkmale, wie zum Beispiel körperliche, emotionale sowie geistige Grundeigenschaften und vieles mehr individuell und einzigartig. Lebt ein Mensch entsprechend seiner DNA diese großartige Einzigartigkeit aus, lebt er im Einvernehmen mit sich selbst.

Wir folgen unserer Bestimmung, wenn wir ein Leben im Einklang mit unserem Naturell führen.

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Kennen wir also unsere genetische Disposition, kennen wir auch unsere Bestimmung und damit auch dasjenige Leben, das uns glücklich macht. Allerdings gibt es im Fall des Homo sapiens eine Besonderheit zu beachten: Er verfügt über ein bewusst erlebtes Ego – seinen freien Willen. Dadurch kann er seine eigenen Gedanken und Gefühle wahrnehmen und selbst entscheiden, ob er ein Leben im Einklang mit seinem Naturell (gemäß seiner Genetik) führen möchte oder nicht. Und jetzt wird es langsam kompliziert, denn der aktuelle Stand der Wissenschaft besagt (siehe unten, Quellenangaben):

Nur etwa fünf Prozent unserer Gehirnfunktionen können wir bewusst wahrnehmen.

Unsere Handlungen und Entscheidungen werden in der Hauptsache durch unser Unterbewusstsein gesteuert. Damit können wir uns auch nicht unserem wahren Naturell vollständig bewusst sein. Ausschließlich unser Unterbewusstsein verfügt dahingehend über die vollständige Information, wer wir wirklich sind und was wir in Wahrheit wollen. Darin liegt auch die Ursache, warum wir in keiner Weise weiterkommen, wenn wir mal wieder endlos über uns selbst grübeln.

Nicht unser bewusstes Denken und Fühlen ist es, was uns zu unserer Bestimmung führt, sondern unser Unterbewusstsein.

Etwas in uns, von dem wir nur erahnen können, was es tatsächlich ist, agiert somit ausnahmslos in unserem Sinne. Egal, was wir bewusst entscheiden, wie wir handeln oder was wir denken und fühlen, unser Unterbewusstsein wird sich nie davon abbringen lassen, uns zu unserer Bestimmung führen zu wollen.

Denn es ist ein evolutionäres Grundprinzip, dass kein Lebewesen dieser Erde sich absichtlich ins Unglück führen würde, indem es ein Leben anstrebt, das im Widerspruch zu seiner Genetik steht.

2. Die Rolle unseres Unterbewusstseins

Es entsteht ein Paradoxon: Auf der einen Seite bestimmt unser Unterbewusstsein den Löwenanteil unserer Handlungen, Gefühle und Entscheidungen, um uns in unser Lebensglück zu führen – auf der anderen Seite erleben wir aber nicht ausschließlich glückliche Momente. Manchmal stolpern wir sogar von einem Unglück ins andere. Wie passt das zusammen? Es kann nur eine Erklärung geben:

Nicht nur Positives, sondern auch Negatives muss etwas mit unserem Unterbewusstsein und damit auch mit unserer Bestimmung zu tun haben.

Unser Unterbewusstsein erkennt offenbar, ob unser Ego richtig oder falsch liegt. Wenn es im Einklang mit unserem Naturell agiert, beeinflusst es geschickt seine Entscheidungen, Gedanken und Gefühle, damit es weiter seine Lebensumstände verbessern kann. Leider lässt es unser Ego auch förmlich gegen die Wand laufen, wenn wir Sehnsüchten oder Zielen hinterherjagen, die im Widerspruch zu unserer Bestimmung stehen.

Unbewusst stellen wir uns selbst ein Bein, wenn wir uns mit unserem freien Willen mal wieder verzettelt haben.

Man könnte auch sagen, dass wir unseren Alltag praktisch selbst erschaffen – unabhängig davon, ob wir ihn als positiv oder als negativ empfinden.

Übrigens trifft die Quantenphysik ähnliche Aussagen. Auch dort geht man derzeit davon aus, dass jeder seine Realität selbst erschafft. Nur eben nicht bewusst, sondern vor allem unbewusst.

Unser Unterbewusstsein ebnet uns den Weg, wenn wir unserer Bestimmung folgen, und stoppt uns, wenn wir es nicht tun.

Um etwas über unsere Bestimmung sagen zu können, müssten wir also erst einmal wissen, was in unserem Unterbewusstsein so vor sich geht. Dies ist zunächst sehr schwierig, könnte aber leichter werden, sofern wir bereit sind, einen kleinen Umweg zu gehen.

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Wenn wir annehmen, dass wir unsere Realität selbst erschaffen und dass unser Alltag das Ergebnis der Vorgänge in unserem Unterbewusstsein ist, dann muss unsere Realität auch immer ein direktes Abbild unseres Inneren sein.

Um unserem Unterbewusstsein auf die Schliche zu kommen, brauchen wir uns den Kopf also nicht mehr endlos über unsere komplizierte Gedanken- und Gefühlswelt zu zerbrechen, sondern müssen lediglich unsere Umwelt beobachten. Wenn wir zu sehr ins Stolpern geraten, dann wissen wir: „Aha, unser Inneres zeigt uns gerade, wo es nicht langgeht“. Und wenn alles wie geschmiert läuft: „Okay, hier geht’s lang!“.

3. Die Philosophie der offenen Türen

Wir müssen also nur nach positiven und negativen Umständen Ausschau halten. Denn die einen sind unsere Vorfahrtsschilder und die anderen unsere Stoppschilder. Oder etwas anders ausgedrückt:

Wir finden unsere Bestimmung, indem wir auf offene Türen achten und an geschlossenen nicht mehr rütteln.

So können wir erkennen, wo es sinnvoll ist, unsere ganze Kraft einzusetzen. Sehen wir Vorfahrtsschilder, geben wir Gas. Erkennen wir hingegen Stoppschilder, können wir unser Engagement bremsen, denn es handelt sich um einen Weg, der nicht zu uns gehört.

Erkenne die offenen Türen, die dich zu deiner Bestimmung führen, Buchempfehlung
Luca Achtsamkeitsjournal

Um diese elegante Lebenstechnik anwenden zu können, ist Journaling ein perfektes Instrument. Speziell dafür habe ich das Achtsamkeitsjournal „Erkenne die offenen Türen, die dich zu deiner Bestimmung führen“ entwickelt (siehe unten).

4. Bestimmung finden durch Journaling

Durch unsere täglichen Notizen erhöhen wir nicht nur unsere Achtsamkeit für unseren Alltag, sondern wir können auch jederzeit in unseren Aufzeichnungen zurückblättern. Wir beginnen, längere Zeiträume in einem Gesamtzusammenhang zu sehen. So erkennen wir bestimmte Auffälligkeiten in unserem Leben und manchmal sogar einen roten Faden. Auf einmal wird jeder einzelne Tag eine Quelle spannender Erkenntnisse.

Je länger du ein Achtsamkeitsjournal führst, umso aufmerksamer wirst du für die vielen kleinen und großen Hinweise in deinem Alltag, die dich zu deiner Bestimmung führen.

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Du wirst immer treffsicherer die vielen Vorfahrts- und Stoppschilder am Rand deines Lebensweges bemerken. In der Summe wirst du weicher mit dem Leben mitfließen und so elegant auf deine Bestimmung zusteuern.

Du wirst früher oder später feststellen, dass dein Unterbewusstsein immer in deinem Sinne agiert. Es ist dein intimer Verbündeter bei allen Herausforderungen deines täglichen Lebens. Nach und nach wirst du einen festen Glauben an dich selbst entwickeln.

Mit einem Achtsamkeitsjournal wirst du nicht nur deine Bestimmung entdecken und mehr Urvertrauen entwickeln, sondern auch dein Leben in einem neuen Licht sehen.

Denn eines dürfen wir nie vergessen: Unser Unterbewusstsein gehört zu uns und es muss schon allein aus evolutionären Gründen ausnahmslos in unserem Sinne agieren. Sollten wir nicht mehr darauf vertrauen?

Luca Rohleder, Autor und Herausgeber der LUCA TAGEBÜCHER

QUELLENNACHWEISE
Quelle 1: https://www.spektrum.de/frage/verarbeitet-das-gehirn-95-prozent-aller-informationen-unbewusst/1616926
Quelle 2: https://www.wissenschaft.de/erde-umwelt/ist-der-freie-wille-des-menschen-nur-eine-illusion/


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