6 trifftige Gründe, die für ein Tagebuch sprechen

Das Tagebuchschreiben fördert nicht nur deine physische und psychische Gesundheit, sondern auch deine gesamte Persönlichkeitsentwicklung. Darüber hinaus gibt es 6 weitere wichtige Gründe, warum Tagebücher uns zufriedener machen können. Es lohnt sich deshalb, damit anzufangen.



1. Eindeutigere Erinnerungen

In Tagebüchern kann jeden Tag das niedergeschrieben werden, was dich bewegt. Das können zum Beispiel dein Tagesablauf, besondere Ereignisse oder allgemeine Grundgedanken über die Welt sein. Deine Niederschriften schildern immer deine aktuellen Eindrücke, Sehnsüchte und Gefühle.

Der Unterschied eines Tagebuchs zur Autobiografie liegt darin, dass beim Tagebuch – wie der Titel verrät – jeder Tag reflektiert und beleuchtet wird. Die Autobiografie hingegen wählt einschneidende Ereignisse aus, die chronologisch sortiert das Leben repräsentieren sollen.

Das Tagebuch weist mehr Fülle auf, speichert Dinge, an die man sich vielleicht sonst nicht erinnert hätte, enthält sowohl Positives als auch Negatives.

Wir spiegeln uns praktisch in unserem Tagebuch und können uns dadurch – auch noch nach Jahren – besser betrachten.

Es entsteht ein Nachschlagewerk über unser Leben. Besonders leidvolle Erfahrungen können meist erst durch die Rückschau objektiv bewertet werden. Erst mit dem nötigen zeitlichen Abstand bemerken wir, dass so manches unangenehme Ereignis für uns geradezu notwendig war, um uns in eine neue Lebensrichtung zu lenken.

Diese Rückschau auf den tröstlichen Aspekt von leidvollen Erfahrungen birgt eine sehr mächtige Heilkraft in sich. Das alles ohne schriftliche Aufzeichnungen bewerkstelligen zu wollen, ist nahezu unmöglich, denn das Geheimnis unseres Lebens lüftet sich erst dann, wenn wir längere Zeiträume betrachten.

6 trifftige Gründe, die für ein Tagebuch sprechen, Fachartikel, Bild02

Das schaffen wir mit bloßen Erinnerungen leider nicht, denn Lebensereignisse werden oft anders in unserem Gedächtnis abgelegt, als sie tatsächlich passiert sind.

Was und wie wir uns etwas behalten, ist immer von unserer momentanen emotionalen Verfassung abhängig. Dadurch vergessen wir manche Ereignisse, modellieren sie in unserem Gehirn neu oder legen schlicht die falschen Schwerpunkte. Mithilfe eines Tagebuchs können wir diese Gefahr eliminieren und uns nicht mehr durch unser Gedächtnis täuschen lassen.

Kommen wir nun zum zweiten der 6 Gründe, warum Tagebücher glücklich machen.

2. Mehr Selbsterkenntnis

Wenn du deinen Tag reflektierst, versuchst deine Gefühle zu ordnen und in Worte zu fassen, gelangst du zu Selbsterkenntnis. Insbesondere in verwirrenden Situationen, in denen du hin- und hergerissen bist, kann dir das Schreiben Klarheit verschaffen. Das kann dir bei wichtigen Entscheidungen im Leben helfen und dafür sorgen, dass du Belastungen besser verkraftest.

Durch das Tagebuchschreiben kannst du herausfinden, wer du wirklich bist und warum du bist, wie du bist.

Du bringst deine Art und Weise zu denken und Dinge wahrzunehmen zu Papier und lernst dich dadurch selbst viel besser kennen als vorher.

Du spiegelst dich praktisch in deinem Tagebuch und kannst dich selbst betrachten. Das macht dich zu einem Menschen mit einem gestärkten Selbstbewusstsein und einer erhöhten Achtsamkeit. Ein glücklicheres Leben ist die Folge.

3. Gesteigerte Motivation

Wenn du deine Ideen, Ziele und Träume aufschreibst, motiviert dich das ungemein. Diese Motivation kannst du dazu nutzen, um deine Ziele schneller zu erreichen.

  • Was erwarte ich vom Leben?
  • Welche Sehnsüchte habe ich tatsächlich?
  • Was habe ich schon erreicht?

Wenn du deine Vorstellungen von deinem Leben einmal aufgeschrieben hast, sind sie viel greifbarer für dich. Sie schwirren dann nicht irgendwo in deinem Kopf herum: Sie wurden in Worte gefasst. Das bewirkt, dass du deine eigenen Ideen selbst ernster nimmst und sie eher durchsetzt, als wenn sie immer unausgesprochen bleiben.

4. Selbsttherapeutische Effekte

Das Tagebuch ist wie Selbsttherapie. Du kannst mit ihm über alles sprechen, was dich bedrückt. Es ist der beste Zuhörer der Welt und hilft dir dabei, dich persönlich zu entwickeln und über dich hinauszuwachsen.

  • Warum bin ich gut, so wie ich bin?
  • Was habe ich heute geleistet und auch für andere getan?
  • Was fällt mir leicht?
  • Wovon sollte ich in Zukunft die Finger lassen?

Indem du Tagebuch schreibst, beschäftigst du dich immer wieder mit dir selbst, mit deinen Gefühlen, Wünschen, Träumen und Ängsten. Du befindest dich in einer täglichen Routine der Selbstreflexion.

Du kannst deine Entwicklung, Rück- und Fortschritte beobachten, indem du dir alte Tagebucheinträge durchliest. Bist du mal schlecht drauf, kannst du dich in schöne Momente hineinversetzen, indem du in deinem Tagebuch blätterst und dich bewusst zu einem schönen Ereignis begibst.

Mache dir bewusst, dass du eigentlich ein gutes Leben hast und lerne so Zufriedenheit.

5. Tagebuch als Ventil für Emotionen

Wenn du Tagebuch schreibst, erwähnst du alles, was dich an diesem Tag bewegt hat. Dazu gehören sowohl die negativen als auch die positiven Ereignisse.

Du kannst deinen Frust ablassen, indem du dich über die schlechten Seiten des Tages auslässt, aber erfreust dich an den Dingen, die dich glücklich gemacht haben. So ist dein Tagebuch nicht nur ein Ventil, sondern auch ein Stimmungsheber, indem du dir bewusst machst, was in deinem Leben gut läuft.

Du wirst dankbarer für das, was du hast.

Zudem trainierst du dein Gehirn, sich auf das Positive zu konzentrieren. Du wirst optimistischer.

Der Psychologe James Pennebaker der University of Texas fand bereits in den 1980ern heraus, dass Tagebuchschreiben dabei hilft, das Immunsystem zu stärken, Kummer zu verarbeiten und sogar Traumata zu bewältigen. Seither wurde das Phänomen des täglichen Schreibens immer wieder in Studien aufgegriffen und seine positive Wirkung weiterhin bestätigt.

Sie wurden allgemein nicht mehr so schnell krank und hatten eine verbesserte Lungen- und Leberfunktion. Außerdem erbrachten sie bessere Studienleistungen und hatten weniger Fehltage. Ihre Resilienz verbesserte sich: Sie sind aus einer Krisensituation gestärkt hervorgegangen.

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6. Bessere rhetorische Fähigkeiten

Beim Tagebuchschreiben befindest du dich in einem permanenten Prozess der Wortsuche. Was möchtest du sagen und wie drückst du es richtig aus? So verbesserst du deine rhetorischen Fähigkeiten und schulst deine Kreativität.

Du lernst, bedachter zu formulieren und über das, was du sagen möchtest, vorher nachzudenken.

Deine Kommunikationsfähigkeit verbessert sich und deine Schreibfertigkeiten werden trainiert. Vielleicht schlägst du auch ab und an Wörter nach oder suchst nach Synonymen, um dich richtig auszudrücken. So lernst du viel dazu und kannst deine verbesserten Fähigkeiten im Alltag nutzen.

Alles in allem gibt es genug Gründe, warum Tagebücher uns glücklicher machen können!

Luca Rohleder, Buchautor und Gründer des NETZWERKs GLÜCKLICHER LEBEN

Quellennachweis: James Pennebaker im Interview mit Welt.de



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